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Betrieb

Roter Antrieb Nr.3 erschienen!

Der Artikel wurde übernommen vom Komitee kämpferischer ArbeiterInnen (KkA). Der Ende Oktober erschienene Rote Antrieb Nr.3 ist auf deren Homepage herunterzuladen, hier dokumentieren wir nur den Hauptartikel.

KV-Abschluss Metallindustrie: 3,4% Wollen die uns pflanzen?

Teuerung und Inflation

Insbesondere gegenüber der Inflation, die offiziell bei 2,6% liegt, ist dieses Ergebnis überaus schlecht. Viele Kolleginnen und Kollegen denken sich, dass die Inflation gefühlt viel höher ist, als bloß 2,6%, und sie haben recht! Die 2,6% werden nämlich offiziell aus dem Verbraucherpreisindex (VPI) errechnet, der nicht wirklich was über die reale Teuerung aussagt, da er auch viele Luxusposten enthält (wobei die von der Inflation weniger getroffen sind und deshalb den Endwert total verzerren). Sehen wir uns den „wöchentlichen Warenkorb“ an, das ist eine andere offizielle Berechnungsmethode, kommen wir schon zu anderen Ergebnissen: nämlich einer Teuerung von 4,6%. Rechnen wir zum wöchentlichen Warenkorb noch weniger oft anfallende Posten (Miete, Betriebskosten,…) dazu, kommen wir locker auf rund 6% (eher sogar noch mehr!) die uns durch Teuerung des täglichen Bedarfs, sowie durch steigende Mieten, usw. schwer belasten.

Der Gewerkschaftsführung ist das aber offensichtlich egal, denn sie geht von der arbeiterfeindlichsten Berechnung (dem VPI) aus. Warum macht sie das? Weil sie mit den Unternehmern, mit den Kapitalisten kooperieren und uns das reale Ausmaß der Ausbeutung vorenthalten wollen. Stattdessen wird in jeder KV-Runde das Maul aufgerissen und, wie schon letztes Jahr, 5% gefordert. Das ist für die Gewerkschaftsführer eine taktische Forderung die dann nach unten korrigiert wird. Dabei würden selbst 5% in Wirklichkeit noch Lohnraub bedeuten! Deshalb verschweigen sie uns das wirkliche Ausmaß! Sie glauben, dass wir uns selber keine Gedanken machen und vielleicht auch noch applaudieren, wenn sie uns wieder mal verkaufen. Sie reden auch nicht davon, dass wir in diesem Staat immer mehr durch Abgaben und indirekte Steuern geschröpft werden. Geld, das der Staat von uns einkassiert um es dann Banken in den Hintern zu blasen oder unter seinen korrupten Politikern quer durch alle Parteien “fair” zu verteilen. Klar – denn es ist der Staat der Kapitalisten, es sind ihre Politiker und ihre ihre Parteien, die von uns Arbeitern wie die Blutsauger leben! Gewerkschaftsführer wie Wimmer, Proyer, Katzian, Foglar, und wie sie sonst so heißen, haben es sich in diesem Staat und in dieser Gesellschaft aber gut eingerichtet, und deshalb interessiert es sie grundsätzlich nicht, dass wir gegen diese Scheißverhältnisse kämpfen! Das gilt, wenn auch nicht für alle, so doch leider auch für viele Betriebsräte – gerade in Großwerken. Viele von ihnen haben sich durch diverse Privilegien schon mit den Unternehmern arrangiert und stehen ihnen in Wirklichkeit viel näher als uns, ihren ehemaligen Kolleginnen und Kollegen.

• Keine Erhöhung der Massensteuern, vor allem der Mehrwertsteuer und anderer indirekter Steuern! Weiterführend: Abschaffung aller indirekten Steuern!

• Keine weitere Erhöhung der Sozialversicherungsbeiträge der Lohnabhängigen! Tragung sämtlicher Kosten der gesetzlichen Sozialversicherung durch die Kapitalisten!

Lohnerhöhungen und Lohnforderungen

Dass die Beschäftigungsgruppen A-G laut neuem KV nun 3,4% mehr bekommen sollen, ist bei all den derzeitigen Belastungen nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein! Denn diese Erhöhung entspricht in der Grundstufe z.B. der BG C gerade 58,10€. Was soll man dazu noch sagen, wenn man die Summen am Ende der Einkaufszettel kennt, wenn man weiß wie viel der Schulbedarf für die Kinder kostet, oder gerade um diese Jahreszeit die Heizung! Was sollen wir mit nicht mal 60€ machen?!  Wer deutlich besser aussteigt, das sind die obersten Lohngruppen. Die bekommen zwar formell weniger Prozente, aber weniger von mehr, ist trotzdem mehr: die BG H-K z.B. bekommen nur eine Erhöhung von 3,3%, das entspricht in der Grundstufe der BG H aber doch immerhin 100,64€. Ist auch nicht die Welt, aber doch deutlich mehr, als in den unteren Lohngruppen. Gewerkschaftsführung und Unternehmer wollen uns mit solchen ungleichmäßigen Lohnerhöhungen auseinandertreiben. Sie bezwecken damit, dass es ein “bisschen besser Gestellte“ und eben „weniger gut Gestellte“ geben soll. Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen, denn unsere Stärke, liegt in unserer Einheit als Arbeiterinnen und Arbeiter – in unserer Solidarität, im Zusammenhalt! Eine richtige Forderung wäre daher nicht ein herumeiern um Prozente, sondern klipp und klar:

• 170€ mehr für alle von uns!

Mit der Durchsetzung dieser Forderung wären wesentliche Einbußen die uns durch den andauernden Lohnraub entstanden sind zumindest zu wichtigen Teilen gedeckt, und es wäre eine Forderung, die unsere Einheit fördert und uns nicht durch Prozentrechnungen auseinanderreißt.

Arbeitszeit

Der größte Betrug ist es, dass die Frage der Arbeitszeit in eine „Expertengruppe“ ausgelagert wurde und in den Verhandlungen gar nicht zum Abschluss kam! Das ist gleichbedeutend mit einer weiteren Hilfestellung der Gewerkschaftsführer für die Unternehmer, denn nun ist arbeitszeitmäßig nichts wirklich fix gemacht, es gibt nur ein Provisorium, und die Kapitalisten werden leichter ihre Flexibilisierungspläne durchführen. Was wird da auf uns zukommen? Wir wissen es nicht, denn die Verhandlungen finden ja hinter verschlossenen Türen statt, ohne die Arbeiter einzubeziehen. Doch wir wissen aus der Vergangenheit, dass es z.B. immer hieß: wöchentliche Arbeitszeit erhöhen, Durchrechnungszeiträume ausdehnen, weitere Schichten einführen, usw… Viele von uns haben schon körperliche Schäden von der harten (Schicht-)Arbeit, von den miesen Arbeitsbedingungen oder dem verrückten Arbeitstempo davongetragen. Auch psychisch wirken sich diese Bedingungen aus. Wir schuften uns kaputt, so siehts aus! Und dann kommen diese Kerle daher, und wollen noch mehr Tempo machen!  Daher kann es über weitere Flexibilisierung der Arbeitszeit keine Verhandlungen geben – nicht in sozialpartnerschaftlichen Arbeitsgruppen und auch sonst nirgends! Wir fordern hier:

• Für den 7-Stunden-Tag und 5-Tage-Woche (35h) bei vollem Lohnausgleich und Verbot von Überstunden!

• Keine weitere Ausdehnung der Durchrechnungszeiträume! Keine weiteren “Flexibilisierungen”!

• Für Arbeiter unter 20Jahren: 6-Stunden-Tag, 5-Tage Woche (30h) bei vollem Lohnausgleich und Verbot von Überstunden!

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