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Debatte und Diskussion, Frauenkampf

Zwei Berichte zum 8. März – Internationaler Frauenkampftag in Wien und Hamburg.

Nachstehend bringen wir den kritischen Bericht einer Aktivistin zur 8. März-Demonstration in Wien, der zu einer eindeutig negativen Bilanz bezüglich Inhalt und Auftreten der Demo kommt. Dem stellen wir einen Bericht aus Hamburg entgegen, gefunden auf der Homepage des KJV, der zeigt wie es auch anders gehen könnte und den wir hier als Beitrag zur Diskussion in der Frauenbewegung in Österreich verstehen. R.A.

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WIEN: Über den kleinbürgerlichen Frauenkampf – Demobericht einer Aktivistin

Am 8. März, dem internationalen Frauenkampftag, fand, wie jedes Jahr, eine Demonstration statt, organisiert und aufgerufen wurde von den Autonomen FrauenLesben Wien. Von der Auftaktkundgebung am Reumannplatz ging es mit der U-Bahn zur Zwischenkundgebung am Stephansplatz mit anschließendem Demozug vor das Rathaus. Die diesjährige Demonstration stand unter den Hauptlosungen: gegen Patriachat, Kapitalismus und imperialistische Kriege.

Diese Losungen, die ja eigentlich schön und gut sein mögen, wurden umgesetzt in einen furchtbaren „gegen Männer“ Kampf. In den Reden zu Beginn am Reumannplatz wurden Beispiele gebracht von unterdrückten Frauen die Opfer von Vergewaltigungen, Missbrauch, Mord wurden und auch auf die besondere Unterdrückung der Frau am Arbeitsmarkt, Ehe, usw. hingewiesen. Diese Beispiele, die die patriarchale Unterdrückung der Frau im Imperialismus widerspiegeln, wurden zwar gut geschildert, doch dem folgten keine fortschrittlichen oder demokratischen Schlussfolgerungen oder Forderungen, sondern es gipfelte in der Rede einer „feministischen Juristin“ die mit dem Standpunkt „Jegliche Gewalt ist Männergewalt“ ihre Hetz-Rede einleitete. Untermauert wurde dies von Plakaten wie „Gegen Männerbünde – Für Frauenbünde“, oder Parolen von Anarchistinnen wie „Wir sind Frauen, wir sind viele – wir waschen uns nie – Anarchie!“. Soll das eine Demo am internationalen Frauentag sein? (oder an irgendeinem Tag?) Somit verfehlt der Speer sein Ziel und landet anstatt den patriarchalen bürgerlichen Staat zu treffen (der die Frauenunterdrückung gewährleistet) auch bei sich solidarisierenden Männern, die mit der Parole „Männer aus der Demo raus!“ vertrieben wurden. So sieht revolutionäre FrauenLesben-Organisierung aus? Natürlich ist die Frau im imperialistischen Weltsystem besonders unterdrückt, doch weder sind die Unterdrückten alle weiblich noch die Unterdrücker alle männlich. Dies schmäht jeglichem Kampf der ArbeiterInnen und Volksmassen für demokratische Rechte, Frauenbefreiung, nationaler Befreiung und Revolution!

Denn: ohne einen Klassenstandpunkt wird ihnen nichts anderes übrig bleiben als weiterhin einen Kampf zwischen den Geschlechtern zu führen, dies dient somit nur zur Spaltung, schadet dem Klassenkampf und dem Kampf um die demokratischen Rechte der unterdrückten Frauen – international!

Wir müssen dem bürgerlichen Feminismus den proletarischen Feminismus entgegenstellen. Wir Frauen die gegen Imperialismus, Patriarchat und Sexismus kämpfen, wir müssen Schulter an Schulter mit unseren Klassenbrüdern voranschreiten – den Speer gerichtet auf den/die KlassenfeindIN.

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HAMBURG: Proletarischer Feminismus – Für den Kommunismus!

Wir, das Rote Frauenkomitee Hamburg, haben für den diesjährigen internationalen Frauenkampftag unter der Parole „Proletarischer Feminismus für den Kommunismus!“ mobilisiert. Teil der Mobilisierung waren Plakate und Flugblätter, sowie eine Info-Veranstaltung, die den proletarischen Feminismus thematisierten und erklärten. Zusätzlich wurde an einem zentralen Platz der Uni Hamburg ein Spray plaziert.

Die Demonstration fand unter widrigen Bedingung, in Bezug auf die Uhrzeit und die gewählte Route, statt und auch von dem schönen Wetter der letzten Tage war nichts mehr zu spüren. Trotzdem frauendemo_HHbeteiligten sich etwa 60 Personen an unserem Block, der einen kämpferischen, fröhlichen und militanten Ausdruck hatte, den es unseres Wissens nach in Deutschland seit langem nicht mehr gab. So hinterließen wir nicht nur bei den Passantinnen und Passanten, sondern auch bei vielen lange Zeit Aktiven einen starken Eindruck. Parolen wie „Proletarischer Feminismus für den Kommunismus!“, „Für eine Frauenbewegung mit klassenbewusster Position, im Kommunismus erreichen wir unsere Emanzipation!“ und „Nur der Griff der Massen zum Gewehr schafft den Sozialismus her!“ verdeutlichten den proletarischen Charakter unseres Blocks. Mit der Parole „Ausbeutung abwählen? Das klappt nie! Boykott der Wahlen der Bourgeoisie!“ setzten wir ein erstes Zeichen gegen die in diesem Jahr stattfindenden Bundestagswahlen.

Am 9. März haben wir lange und ausgiebig mit vielen Genossinnen und Genossen, Aktivistinnen und Aktivisten, Freundinnen und Freunden den diesjährigen internationalen Frauenkampftag als einen gemeinsamen Auftakt für ein weiteres, kämpferisches Jahr gefeiert.

Wir freuen uns, dass wir unsere Arbeit mit viel Energie und Beharrlichkeit zu einem solchen Erfolg führen konnten.

Rotes Frauenkomitee Hamburg, März 2013

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