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Betrieb

Nein zu allen Kündigungen bei MAN – Kampf um jeden Arbeitsplatz! Solidarität mit Mesut Kimsesiz!

Seit 26. August ist unser Kollege Mesut Kimsesiz im Hungerstreik. Mesut ist Betriebsrat bei Rheinmetall/MAN in Wien Liesing. Eben dort sollen nun rund 150 Kolleginnen und Kollegen gekündigt werden. Schon im späteren Frühjahr 2013 war von derartigen Plänen der Kapitalisten zu hören, weshalb es durch das KkA zu diesem Zeitpunkt auch mehrere Interventionen beim Werk gab. Damals schoben die Unternehmer und ihr Management das Argument vor, dass die Auftragslage schlecht sei und deshalb die Kündigungspläne im Raum stehen würden. Auch damals schon war das nur ein vorgeschobenes Argument, weil wir Arbeiterinnen und Arbeiter in Wahrheit nicht verantwortlich sind dafür, ob die Kapitalisten auf ihrem krisengeschüttelten Markt Aufträge einheimsen können oder nicht. Es besteht also keinerlei Veranlassung, dass wir für den Scherbenhaufen, vor dem ihr Wirtschaftssystem steht, auf Kosten unserer Arbeitsplätze zahlen sollen.

Wie dem auch sei, selbst dieses vorgeschobene Argument der „Auftragslage“ ist heute vollständig entlarvt. Denn inzwischen konnte der MAN-Standort Liesing mindestens einen Milliardenauftrag für sich gewinnen (bekannt sind Aufträge aus Schweden und Australien). Trotzdem sollen Stellen abgebaut werden! Dieser Umstand zeigt uns, wie wenig die Floskeln des Managements von Rheinmetall/MAN wert sind, und dass es ein Fehler war, wenn ihnen einige dennoch glaubten. Wir müssen verstehen: Bei allen Abmachungen und Abkommen die wir in einem Betrieb mit dem Kapital treffen, kommt es nicht auf das „Wort“ an, und schon gar nicht auf die „Ehre“, sondern schlicht und ergreifend auf Interessen und Macht. Und sobald sie die Macht und das Interesse haben uns auf die Straße zu setzen und trotzdem ordentliche Gewinne einzustecken, werden sie das auch tun. Wenn wir das vergessen, sind wir ihnen schon ausgeliefert.mesut kimsesiz

Im Kampf um Arbeitsplätze und Lohn müssen wir uns als Arbeiterinnen und Arbeiter selbstständig organisieren. Nicht nur wann gerade wieder ein Angriff auf uns niedersaust, denn dann brennt der Hut schon – da ist es dann schon höchste Eisenbahn. Wir müssen uns andauernd und für einen langen Kampf organisieren. Wenn wir uns nicht eine eigene, schlagkräftige Organisation schaffen in der wir zusammenkommen, mit deren Hilfe wir unabhängige Information verbreiten und weitere Kollegen organisieren, werden wir wenn es darauf ankommt immer wieder den Kürzeren ziehen. So eine Organisation kann nur langfristig von den Arbeitern selbst aufgebaut werden und muss ihre organisierte Basis, ihren Dreh- und Angelpunkt direkt im Betrieb haben, und nicht in den Institutionen von „oben“. Also nicht fern der Betriebe in den Chefetagen der Gewerkschaften oder der AK!

Mesuts Kimsesiz‘ Protest, das drastische Mittel zu dem er in Form des Hungerstreiks greift, ist zutiefst gerechtfertigt! Auch wenn wir in einzelnen Punkten möglicherweise verschiedener Meinung sind, stellen wir uns Schulter an Schulter mit Mesut, der sich gegen den Arbeitsplatzverlust seiner Kollegen wehrt, der aufsteht und kämpft! Solidarität ist dringend gefragt, denn Mesut ist als unabhängiger Gewerkschafter im Betriebsrat alleine. Er sitzt sieben Sozialdemokraten (FSG) und zwei Freiheitlichen (FA) gegenüber. Weder FSG noch FA ergriffen bisher irgend ein Mittel um den Protest gegen die Arbeitsplatzvernichtung aktiv zu unterstützen. Da sind sie sich plötzlich einig, die werten Herrn „Arbeitervertreter“! Mesuts Protest ist nicht nur gerechtfertigt weil er ein Ausdruck tiefer Solidarität mit seinen Kollegen, seiner Klasse ist, sondern auch weil sich die Form seines Protests gegen die jahrelange offizielle Stillhaltepolitik der Gewerkschaften wendet, die nur das Motto „zuwarten und abnicken“ kennt. Gerade in Zeiten wo es zu immer schärferen Angriffen auf uns Arbeiter kommt und weiter kommen wird, gerade jetzt, wo uns im Rahmen der KV-Verhandlungen auch harte Kämpfe um Lohnerhöhung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen bevorstehen, ist Mesut Kimsesiz‘ Protest gegen die Kündigungswelle ein Beispiel entschlossenen Widerspruchs gegen das Krisendiktat der Herrschenden!

Nein zu allen Kündigungen – Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Weg mit der Sozialpartnerschaft!

Solidarität mit Mesut Kimsesiz und allen bedrohten Kolleginnen und Kollegen bei MAN!

(Eine Stellungnahme des Komitees kämpferischer ArbeiterInnen)

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