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WM 2014: Volkskämpfe der Superlative

latuff 3Ginge es nach FIFA und der brasilianischen Regierung, sollte die Fußball-WM 2014 eine gigantische Show werden. Aller Welt sollte demonstriert werden, wozu das angebliche „Schwellenland“ in der Lage sei. Doch die Verhältnisse entwickeln sich anders…

Nur die Vorbereitungen für die WM 2014 verschlangen gleich viel Geld, wie die letzten fünf Weltmeisterschaften zusammen. Wer dabei jedoch nur an die riesigen Bauprojekte wie Stadien, Hotels, usw. denkt ist auf dem Holzweg. Ein ebenso großer Brocken sind Ausgaben für „Sicherheit“: 160.000 Polizisten und andere Sicherheitskräfte wurden speziell für die WM bereitgestellt, darunter eine hochgerüstete „WM-Spezialeinheit“, die alleine 10.000 Mann umfasst.

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Auch die Armee kommt zum Einsatz, was heute schon der Fall ist, wenn beispielsweise große Teile der Elendsviertel in Rio de Janeiro von Bulldozern niedergewalzt werden, um den WM-Tourismusbetrieb nicht zu gefährden. Ebenso kamen Spezialeinsatzkräfte von Polizei und Armee schon im Rahmen der WM-Vorbereitung zum Einsatz, wenn es darum ging, gegen die Proteste von Indianerstämmen (Indigene) vorzugehen. Davon besonders betroffen sind beispielsweise die Guarani, deren Stammesgebiet auch rund um das WM-Hauptstadion Maracańa liegt. Sie wurden durch den brasilianischen Staat mit purer Gewalt vertrieben, viele von ihnen bei Gegenprotesten ermordet. Ebenso verhält es sich mit Millionen Kleinbauern und Landlosen, die in die Mündungen der Gewehre der Staatsmacht blickten, als sie das von ihnen bebaute Land gegen die Regierungstruppen verteidigen wollten. Kritische brasilianische Medien sehen die Zahl der Todesopfer im Rahmen der Vorbereitungen des „größten Spektakels der Geschichte“ (Präsidentin Russeff) bei mehreren Tausend! Die große Bewegung der Bewohner der Elendsviertel, der Indigenen und der Kleinbauern/Landlosen verband sich im Kampf gegen die steigende Unterdrückung im Rahmen der Fußball WM 2014 mit verschiedenen anderen Bewegungen. Mit SchülerInnen und StudentInnen, die dagegen kämpfen, dass bei der Bildung gespart wird, während Milliarden für die WM ausgegeben werden, mit der ArbeiterInnenbewegung (deren Streiks sich im Laufe des Jahres 2013 bis heute verdoppelten!) und auch mit allgemeinen Volksbewegungen, wie z.B. jener gegen die Erhöhung der Ticketpreise bei öffentlichen Verkehrsmitteln.

Diese kämpferischen Bewegungen gibt es schon viele Jahre, sie sind nichts Neues. Neu ist, dass sie mit der WM eine gemeinsame Klammer gefunden haben, da dieser Umstand für sie alle weitere Einschränkung der Meinungsäußerung, weitere Spardiktate, weitere Verelendung und Vertreibung bedeutet. Und dies bringt die Volkskämpfe in Brasilien auf eine neue Entwicklungsstufe. Die Herrschenden Brasiliens wissen um die Gefahr, die diese Bewegung für sie bringt, weshalb sie auch „WM-Sondergesetze“ erlassen, die für eine Störung des Spielbetriebs 20 bis 30 Jahre (!) Haft vorsehen! Brasilien ist kein „kapitalistisches“ noch ist es ein „Schwellenland“. Es ist ein Land, das vom Imperialismus der USA, der EU und Chinas unterdrückt und ausgeplündert wird. Figuren wie die brasilianische Präsidentin Russef, sind die Marionetten ihrer ausländischen Herren und von deren Wohlwollen abhängig. Setzt sich das vereinte Volk durch, werden die Ausbeuter verjagt und ihre Marionetten gestürzt. Daher muss die herrschende Klasse Brasiliens mit aller Härte gegen die Kämpfe des Volkes vorgehen, auch wenn sie in ihren Sonntagsreden das Gegenteil verspricht.

Auch als Fußballfans stellen wir uns entschieden auf die Seite des brasilianischen Volkes, denn sein Kampf ist gerecht! Insbesondere verteidigen wir die Massenorganisationen Bund der armen Landbevölkerung (LCP), Arbeiterbund (LO) und die Volksbewegung revolutionärer Studenten und Schüler (MREP). Sie entwickelten sich in den letzten Jahren zu Organisationen mit tausenden Mitgliedern, streben eine neu-demokratische Revolution gegen die Ausplünderung Brasiliens durch den Imperialismus an und haben in vielen Regionen eine führende Rolle in den Kämpfen gegen die, im Rahmen der WM 2014 verschärfte, Unterdrückung und Ausbeutung der Massen!

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Zweierlei Maß: Die Olympischen Spiele in Russland führten zu großer „Empörung“ der „westlichen Staatsoberhäupter“. Der Grund war das russische Gesetz gegen Darstellung von Homosexualität im öffentlichen Raum. Doch die Aufregung war gespielt: Russland, als Konkurrent der EU und USA im Kampf um Profite, sollte damit geschwächt werden. Deutlich wird diese Heuchelei an der Tatsache, dass Brasilien jenes Land ist, in dem weltweit pro Jahr die meisten Homosexuellen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ermordet werden. Das spielt nun im Fall der WM für die „westlichen Staatsoberhäupter“ keine Rolle, denn Brasilien wird von ihnen ausgebeutet und die dortige Regierung ist ihr Knecht. Und da man den eigenen Dienern ungern ans Bein pinkelt, schert dieser Umstand auch die „demokratischen und freien Medien“ hierzulande nicht!

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Montag, 26. Mai:

Rund 200 Demonstranten in Teresópolis durchbrechen die Polizeisperren und gelangen an den besetzten Bus des brasilianischen Nationalteams. Sie attackieren ihn mit Stöcken und besprühen ihn mit der Parole: „Wir brauchen Milliarden für die Bildung, nicht für Stadien!“ und: „Es wird keine WM geben!“. Nach kurzen Kämpfen, wurden die Demonstranten zurückgedrängt. Der Trainer des Nationalteams gab sich gewohnt unpolitisch: „Die WM außerhalb des Spielfelds, ist nicht unsere Angelegenheit“.

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