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Stadtteil und Gentrifizierung

Pizzeria Anarchia – Der Kampf gegen Gentrifizierung ist gerechtfertigt!

BtolH24IYAAJbvd Die Räumung der Pizzeria Anarchia im 2. Bezirk und vor allem wie sie geplant, organisiert und durchgeführt wurde, hat eine wichtige politische Bedeutung. 1.700 Polizisten waren im Einsatz, unterstützt von Wasserwerfern, Panzerwagen, Polizeihubschrauber, Spezialeinheiten (Wega) und Einheiten aus Bundesländern – gegen nur 19 Besetzer. Die bürgerlichen Medien und die meisten „Linken“ haben Teilaspekte des Themas kritisiert*, wie zum Beispiel die Unverhältnismäßigkeit und ob so viel Einsatz notwendig war, wie viel die ganze Aktion gekostet hat (500.000 €) und wer im Endeffekt das ganze zahlt, etc. Natürlich sind diese Aspekte auch wichtig, wir möchten uns aber auf einen anderen Punkt konzentrieren, der unserer Meinung nach einen Hauptpunkt darstellt. Die Regierung weiß, dass die Teuerungen von Lebensmitteln, Strom und die Steigerung der Mieten durch die Gentrifizierung immer mehr Zorn, Proteste und eventuell auch neue Hausbesetzungen verursachen werden (abgesehen davon, dass gleichzeitig tausende Häuser in Wien leer bleiben, damit die Mieten steigen!). Dieses Jahr haben wir außerdem einen neuen Aufschwung der antifaschistischen Bewegung nach der WKR-Ball Demo erlebt. In diesem Sinne ist diese filmreife Polizeiaktion nicht total „übertrieben“ oder „unlogisch“, denn der bürgerliche Staat weiß, was er macht. Die Zwangsräumung der Pizzeria Anarchia war eine Großübung und ein „Showdown“ der Polizei, eine Vorbereitung für zukünftige Aktionen mit langer Dauer (3 Schichtwechsel wurden bei dieser Polizeioperation durchgeführt), unterschiedlichen Mitteln (Tränengas, Wasserwerfer, Hunde, usw.) und Blockaden von ganzen Vierteln, wo natürlich mit mehr Protestierenden oder mehr Kampfzentren zu rechnen ist. Das Ziel der Polizei ist, dass sie größere Demonstrationen und Proteste unter Kontrolle bringen kann, damit jeder Widerstand, jeder Kampf gegen dieses ungerechte System geschlagen wird.

Wen schützt im Endeffekt der Staat und seine Repressionsorgane, der Polizeiapparat? Einen Hausbesitzer von mehreren Häusern in Wien (während sich die große Mehrheit der Österreicher keine vernünftige Wohnung leisten kann und viele auf der Straße landen!), einen Spekulant, der von der Räumung und Renovierung (evtl. auch vom Staat gefördert?) mehr Profite herausschlagen wird.** Nicht überraschend, der Staat schützt und unterstützt die Interessen des großen Kapitals. Und gegen wen richten sich Staat und Polizei? Gegen jene Leute, die mit dem Anstieg der Mieten nicht einverstanden sind und einen Kampf gegen die Gentrifizierung starten. Also: gegen das Volk!

Der Kampf und der Widerstand der Pizzeria Anarchia, der Besetzer und Sympathisanten ist gerechtfertigt und wir sind mit ihnen solidarisch! Es ist sogar legitim, wie sie eingezogen sind, nach einer Einladung des Hausbesitzers, der andere Mieter vertreiben wollte. Diese Kämpfer sind die einzigen, die sich nicht nur gewehrt haben (eine größere Unterstützung hätten sie sicher gebraucht), sondern auch versucht haben, das Thema Steigerung der Mieten und Gentrifizierung in der wiener Gesellschaft zu eröffnen, und anzudeuten, dass dieses Thema alle betrifft und unseren Widerstand verlangt! Wir sollten auf keinen Fall glauben, dass diese Geschichte jetzt abgeschlossen ist; der Anstieg der Mieten ist ein wichtiges Thema, wird in Zukunft mehr Proteste auslösen und da ist es unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass größere Teile der Volksmassen sich beteiligen und Widerstand leisten.

Weitere Fotos und Videos sind unter folgendem Link zu finden: http://revolution-news.com/500000-euro-1700-cops-helicopter-water-cannon-eviction-pizzeria-anarchia-vienna/

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*als externe und „objektive“ Beobachter – immer, als ob dieses Thema nicht uns alle betreffen würde!
**Bei einer Umfrage forderten 89% der befragten Wiener, dass die Kosten für die Räumung der Pizzaria Anarchia der Vermieter zu übernehmen hat und nicht von unseren Steuern bezahlt werden darf! Dass ist richtig, denn die Aktion der Polizei hat die Interessen des Hausbesitzers verteidig, es gibt keinen einzigen Grund warum er dafür nicht auch die Kosten tragen sollte!

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