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Kämpfe um die Rechte und die Macht der Arbeiterklasse!

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Hier könnt ihr euch diesen Text als Flugblatt ansehen und downloaden!

Am Morgen des 12. Februars 1934 krachten in der Linzer Landstraße laute Schüsse und Maschinengewehrsalven. Was war geschehen? Die Polizei drang um 06 Uhr 30 in das an der Landstraße gelegene „Hotel Schiff“ ein, ein Linzer Arbeiterheim. Diese Aktion war der Höhepunkt einer langen Entwicklung, in der immer mehr demokratische Rechte der Arbeiterinnen und Arbeiter zerschlagen und abgeschafft wurden. Ihre Gewerkschaften und Wehrverbände (wie der „Republikanische Schutzbund“ und die „Arbeiterwehr“) waren zu diesem Zeitpunkt schon verboten, ebenso die Kommunistische Partei und ihre Jugendorganisation, darüber hinaus war das Parlament durch die faschistische Regierung aufgelöst.

Gleichzeitig zu den Verboten und Einschränkungen die gegen die Arbeiter erlassen wurden, stieg die Arbeitslosigkeit immer weiter. Not, Hunger und Elend regierten innerhalb der österreichischen Arbeiterschaft. „Wer sich wehrt, der bekommt eine auf’s Maul“ war die Devise der damaligen faschistischen Regierung und dementsprechend handelte sie auch. An diesem 12. Februar in Linz war es dann endgültig genug. Die ArbeiterInnen im „Hotel Schiff“ ließen sich nicht weiter wie räudige Hunde totschlagen und in den Dreck treten – sie wehrten sich! Die Polizei wurde bei ihrer Durchsuchung des Gebäudes und der Verhaftung eines Arbeiters unter Feuer gesetzt. In Wahrheit jedoch wartete die faschistische Regierung auf einen Anlass wie diesen. Der Vizekanzler und Heimwehrführer (Die Heimwehr war eine paramilitärische Bewegung unter Führung der österreichischen Faschisten) Major Fey sagte schon am Vortag, dass man „morgen an die Arbeit gehen und ganze Arbeit leisten“ werde. Er hielt Bundesheertruppen die ganze Nacht vom 11. auf 12. Februar in Bereitschaft, wartete also offensichtlich darauf, einen Vorwand zum Losschlagen zu finden. Doch selbst wenn Fey und andere Faschisten auf einen Vorwand warteten und diesen durch die Hausdurchsuchung im „Hotel Schiff“ auch provozierten, kann natürlich nicht gesagt werden, dass es ungerechtfertigt gewesen sei sich zu wehren. Im Gegenteil! Der einzige Weg, der den Arbeitern blieb war, dass sie das Gewehr in die Hand nahmen und sich erhoben – und zwar nicht nur gegen eine einzige Hausdurchsuchung, sondern gegen ein System welches sie im Elend ersticken lässt und ihnen auch die kleinsten Rechte nimmt. Die meisten Arbeiterinnen und Arbeiter standen damals jedoch unter Führung der Sozialdemokratie, und die verriet den Aufstand auf hinterhältigste Weise. Führende Sozialdemokraten (wie Otto Bauer) setzten sich ins Ausland ab, Parteifunktionäre verhinderten die Kommunikation zwischen verschiedenen Orten des Kampfes – denn im Laufe des Tages wurde nicht nur in Linz gekämpft, sondern überall in Österreich (mit Ausnahme von Kärnten und Vorarlberg) entstanden Zentren des Arbeiterkampfes gegen die faschistische Diktatur. Damit aber nicht genug. Auch ideologisch spielte des Sozialdemokratie des Faschisten in die Hände, denn kurz vor den Kämpfen veröffentlichte Otto Bauer einen Artikel, in dem er sich allgemein positiv zum „Ständestaat“ (der Staatsordnung der Faschisten) bekannte.

Dass trotzdem gekämpft wurde, war nicht der Sozialdemokratischen Partei zu verdanken, sondern in erster Linie den Kommunistinnen und Kommunisten. Sie führten auch unter schlechten Bedingungen heldenhaft den Kampf gegen den Faschismus und waren verantwortlich dafür, dass auch viele bisher sozialdemokratische Arbeiter in der Stunde des Kampfes mit ihrer alten Partei brachen und sich gegen den Willen der SP den Kämpfenden anschlossen. Natürlich hatte auch die KPÖ Fehler gemacht, nicht umsonst konnte der Aufstand nach wenigen Tagen niedergeschlagen werden, doch kämpfte sie damals noch fest entschlossen und voll revolutionärer Kraft gegen die Faschisten und die Verräter des Arbeiterkampfes. Heute ist die KPÖ vollkommen an das System angepasst, sie ist eine kleinbürgerliche Wahlpartei, die den Wahlen und irgendwelchen Posten mehr Aufmerksamkeit schenkt als den Anliegen der Arbeiterklasse. Das ist die  Realität. Die früher entschlossen kämpfende Kommunistische Partei Österreichs ist heute ein Verein, der in theoretischen Auseinandersetzungen selbst am oben erwähnten Otto Bauer durchaus „gute Seiten“ findet. Es handelt sich bei der KPÖ nicht mehr um eine kommunistische Partei, die den Kampf der Arbeiterklasse gegen das Kapital führen kann, sondern um eine neuere Form der Sozialdemokratie.

Die Faschisten, die damals ArbeiterInnen ermorden ließen, waren bis weit nach 1945 fest in den Institutionen der Republik und der Kirchen verankert und bekleideten oft wichtige Posten. Nie wurden sie wirklich zur Rechenschaft gezogen. Und so wie in den Jahren vor 1934 der Faschismus einen immer deutlicheren Aufschwung erlebte, so nehmen heute (wenn auch unter anderen Umständen) faschistische Kräfte ebenfalls zu. Gleichzeitig landen immer größere Teile der Massen im Elend, greift die Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit immer weiter um sich. Schon lange war die Lage für die ArbeiterInnen nicht mehr so schlimm wie heute. Vor allem gegen die ArbeiterInnenbewegung sind auch Organisationen und Bewegungen wie die Identitären, PEGIDA und andere offen faschistische Kräfte gerichtet. Sie wollen uns nach Herkunft, Hautfarbe, Kultur, usw. spalten und damit die einzige Kraft schwächen, die dem kapitalistischen (imperialistischen) System wirklich Widerstand entgegensetzen kann – die Arbeiterklasse! Mit diesen faschistischen Organisationen und Bewegungen aber nicht genug, versuchen der Imperialismus und alle seine Parteien die Arbeiterklasse ruhig zu halten indem sie in eine Unzahl verschiedener Institutionen, Organisationen, usw. einbezogen wird, die uns jedoch im Kampf nicht weiterbringen, sondern uns vom Klassenkampf ablenken – die uns vorgaukeln, dass wir nicht zu kämpfen brauchen, sondern dass es reiche mal das Parlament, mal die AK zu wählen. Dann, nachdem die Stimme abgegeben wurde, sei alles gut, wir werden nach Hause geschickt und alles Weitere wird über unsere Köpfe hinweg entschieden! Die Arbeiterinnen und Arbeiter haben nichts zu melden, sind vollkommen ohne Rechte und vor allem: ohne Macht!

Das ist ein Weg, der die Arbeiterklasse und alle konsequenten demokratischen Kräfte immer nur ins Verderben gestürzt hat, der sie ihrer letzten Möglichkeiten beraubt sich zu wehren und sie zu leichtester Beute für das Kapital macht. Was wir brauchen sind unabhängige, auf den Klassenkampf orientierte Organisationen die unsere gemeinsamen Kräfte organisieren und den Wiederaufbau einer wirklich Kommunistischen Partei voll und ganz unterstützen. Die kämpferische Einheit aller entschlossenen AntifaschistInnen muss durch die Arbeiterinnen und Arbeiter selbst hergestellt werden, von unten, nicht durch Verhandlungen verschiedener Funktionäre angeblicher „Arbeiterorganisationen“. Die Arbeiterklasse braucht keine Organisation, die dem parlamentarischen Schwindel glaubt, wir brauchen keine Organisation, die das Heil in den Institutionen der Zusammenarbeit mit den Herrschenden sieht. Was wir brauchen, ist eine Organisation die den Klassenkampf führt, die den Schwindel der Wahlen und die Entmündigung der Arbeiterklasse zerschlägt, die dem alten Weg der Anpassung die neue Ausrichtung auf die sozialistische Revolution entgegensetzt. Das sind wichtige zeitgemäße Lehren aus dem großen antifaschistischen Arbeiteraufstand im Jahr 1934, der Revolutionäre Aufbau kämpft mit aller Entschlossenheit darum, sie umzusetzen.

Kämpfe für die Rechte und die Macht deiner Klasse! Kämpfe mit uns, schließ dich an!

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