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AntiFa, Antiimperialismus, Solidarität

Erfolgreiche Veranstaltung in Wien: Solidarität mit dem antifaschistischen Widerstandskampf in der Ukraine!

Am 14. März fand eine von der „Initiative gegen Militarismus und Krieg“ organisierte Veranstaltung zum Thema des Kriegs in der Ukraine statt. Zahlreiche Personen beteiligten sich daran, es kam zu vielen Fragen und ausgedehnten Diskussionen. Bemerkenswert an dieser Veranstaltung war, dass sie nicht wie zahlreiche andere Events zum Thema nur von ÖsterreicherInnen durchgeführt wurde, die sich dann darüber austauschen was sie von Wien aus zur Lage in der Ukraine sagen, sondern dass durch einen Vertreter der ukrainischen antifaschistischen Organisation „Borotba“ (Der Kampf) auch eine Person direkt aus dem betreffenden Land vor Ort war.

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Demonstration von Borotba zum 1. Mai

Der Genosse von Borotba ermöglichte tiefgehende Einblicke in die Lage der Massenkämpfe und insbesondere der antifaschistischen und ArbeiterInnenbewegung in dem von Imperialismus so heftig umkämpften Land. Er erzählte aus der politischen Praxis der kämpfenden AntifaschistInnen unter Bedingungen wo es gänzlich unmöglich ist, zwischen verschiedenen Gruppen beispielsweise offen Kontakt zu halten, oder öffentlich angekündigte Veranstaltungen durchzuführen, da sonst Polizei, faschistische Milizen oder Militär der Kiewer Regierung sofort präsent wären, um die Veranstaltungen aufzulösen, TeilnehmerInnen zu ermorden und zu verhaften. Auch Borotba hat schon zahlreiche Gefangene und ermordete GenossInnen zu beklagen. Selbstverständlich ziehen sich die kämpfenden AntifaschistInnen deshalb nicht zurück oder verzichten darauf Aktionen, Veranstaltungen und Mobilisierungen abzuhalten. Doch sie müssen andere, kreative Wege finden, die politische Massenarbeit umzusetzen, worüber der Genosse auch anhand mehrerer sehr interessanter Beispiele berichtete. Zur konkreten Arbeit berichtete der Genosse unter anderem, dass Borotba Agitationsgruppen in Dörfer schickt, die dort antifaschistische Mobilisierung betreiben und jeweils konkrete Anlässe aufgreifen. So wird z.B. gegen bevorstehende Truppenrekrutierungen durch die Kiewer Regierung mobilisiert und mit den Massen gemeinsam Kampfausschüsse gebildet. Dies ist ein Beispiel der politischen Arbeit, das bisher sehr große Erfolge erzielte und in einigen Fällen auch so weit entwickelt werden konnte, dass sich die Dorfbevölkerung gegen die Rekrutierungstruppen der faschistischen Kiewer Armee erhob und sie davonjagte sobald diese ins Dorf kamen, ohne dass sie auch nur einen einzigen jungen Mann hätten rekrutieren können!

Zur realen Situation der sogenannten „Volksrepubliken“ von Donezk und Luhansk hatte der Borotba-Vertreter die Einschätzung, dass es sich dabei vor allem um Gebiete handelt, in denen verschiedene Milizen (seperatistische, antifaschistische,…) es militärisch zwar schaffen, das Vordringen der EU/USA-verbündeten faschistischen Truppen der Kiewer Regierung zu stoppen, jedoch nicht um politische Gebilde oder eine revolutionäre, neue Macht. Damit warnte er eindringlich vor Illusionen in diese angeblichen „Volksrepubliken“, wie sie auch in der antiimperialistischen Linken in Österreich eine gewisse Verbreitung haben. Der russische Imperialismus hat in diesen „Volksrepubliken“ durchaus nennenswerten Einfluss. Das wirkt sich auch auf die Arbeiterbewegung in diesen Gebieten durchwegs aus, denn die imperialistische Politik Russlands hat Angst, dass selbstständige, kämpferische Aktionen der Donezker und Luhansker ArbeiterInnen (die oftmals der russischen Minderheit in der Ukraine angehören), ein „schlechtes Vorbild für die russischen ArbeiterInnen“ werden, das heißt mit ihren kämpferischen Aktivitäten auch in Russland selbst Schule gemacht werden könnte.

Die Frage wie wir in Österreich die revolutionären und antifaschistischen Kräfte unterstützen können, wurde auf der Veranstaltung ebenfalls sehr lange diskutiert. Der Vertreter von Borotba meinte, dass es grundsätzlich wichtig sei, dass ukrainische Organisationen die sich klar gegen die faschistischen und imperialistischen ausländischen Kräfte stellen, unterstützt werden. Hierbei sind sowohl Sachspenden (z.B. Medikamente) als auch finanzielle Spenden eine wichtige Sache. Wichtig sei es für die kämpfenden antifaschistischen Kräfte in der Ukraine außerdem, dass in den imperialistischen Ländern der EU diesbezügliche politische Arbeit entwickelt wird. Es sollte Kampagnen gegen die Finanzierung und militärische Unterstützung der Kiewer Regierung durch die imperialistischen EU-Länder geben. Es sollte außerdem darauf hingewiesen werden, dass das Geld das aus den Massen in Westeuropa in Form verschiedener Sparpakete herausgepresst wird, durch die Herrschenden auch in der Ukraine zum Einsatz kommt: bei der Finanzierung der faschistischen Volksfeinde! Dieser Umstand soll als Ausgangspunkt dafür genutzt werden, den Kampf gegen Sparpakete und „Austeritätspolitik“ in der EU mit dem internationalistischen Kampf zur Unterstützung der ukrainischen AntifaschistInnen zu verbinden.

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Obwohl die Organisation vom faschistischen Regime in Kiew verboten wurde, kämpft Borotba weiter mit aller Kraft gegen Faschismus und Imperialismus.

Die Veranstaltung war ein großartiger Erfolg und war klarer Ausdruck eines praktischen antiimperialistischen Internationalismus! Entsprechend wenig verwunderte es, dass verschiedene Organisationen die sich die „internationale Solidarität“ als Wort immer gerne anheften nicht erschienen. So der trotzkistische Zirkel „Arbeiter*innenstandpunkt/Revolution“ – vor einiger Zeit noch produzierten sie Sticker auf denen zur Solidarität mit den Antifaschisten in der Ukraine „aufgerufen“ und sogar das Organisationssymbol von Borotba abgedruckt wurde. Doch beteiligte sich von ihnen auch nur eine einzige Person an dieser Veranstaltung mit einem ukrainischen Antifaschisten und Vertreter von Borotba? Nein! Ihre Sticker und das Borotba-Symbol waren offensichtlich nur Eigenwerbung. Die ebenfalls trotzkistische Gruppe „RKOB“ schrieb vergangenes Jahr noch großspurig: „Die dringendste Aufgabe ist nun die fortschrittlichsten Teile der Arbeiterklasse in der Ukraine, in Russland und in den imperialistischen Ländern des Westens zusammenzubringen und sie unter dem gemeinsamen Banner des Internationalismus sowie auf der Grundlage eines klassenkämpferischen und anti-imperialistischen Programms zu vereinen.“ Schön, doch nutzten sie nun die Gelegenheit, die Kräfte „zusammenzubringen“? Nein. Alles leere Worte! Beide Beispiele zeigen, dass Internationalismus für die Trotzkisten offenbar nur dann „brauchbar“ ist, wenn sie selbst politisches Kapital daraus schlagen können, nicht wenn sich die Frage in der Praxis stellt. Sie können abschauen, imitieren und versuchen zu kopieren, doch eine eigene internationalistische Politik bringen sie nicht zu Wege.

Die internationalistische Veranstaltung am 14. März war zusammenfassend ein großer Erfolg für die wichtige Arbeit der „Initiative gegen Militarismus und Krieg“. Das Zusammenkommen endete in den späten Abendstunden in lockerer und überaus solidarischer Atmosphäre. Wir werden daran gehen, die auf der Veranstaltung erarbeiteten politischen Aufgaben der praktischen Solidaritätsarbeit entschlossen umzusetzen und damit die Genossinnen und Genossen aus der Ukraine in ihrem gerechtfertigten Kampf zu unterstützen. Die Veranstaltung brachte antiimperialistische, demokratische und revolutionäre Kräfte aus Österreich und der Ukraine zusammen und war ein guter Impuls für die weitere Arbeit im internationalen Kampf gegen Imperialismus und ungerechte Kriege. In diesem sind uns solidarische Kräfte, alle die sich entschieden gegen Imperialismus und Faschismus zur Wehr setzen wollen, herzlich willkommen!

Hoch die internationale Solidarität! Solidarität mit Borotba!

Tod dem Faschismus und Imperialismus!

Hier findet ihr den Link zur englischsprachigen Sonderseite von Borotba: Link

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