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Das Gedenken an Aghet lebt im Kampf gegen Rassismus, Chauvinismus und Imperialismus!

Die Regierung hat beschlossen, alle Armenier in der Türkei vollständig zu vernichten. Ihrem Dasein muß ein Ende bereitet werden. Wie kriminell die ergriffenen Maßnahmen auch sein mögen, es darf weder auf Alter noch auf Geschlecht Rücksicht genommen werden.“ – Talaat Pascha, 16.9.1915

So habe ich meine Totenkopfverbände bereitgestellt mit dem Befehl, unbarmherzig und mitleidslos Mann, Frau und Kind polnischer Abstammung und Sprache in den Tod zu schicken. Nur so gewinnen wir den Lebensraum, den wir brauchen. Wer redet heute noch von der Vernichtung der Armenier?“ – Adolf Hitler, 22.8.1939

Der Völkermord an den Armeniern (Aghet), der seinen Höhepunkt vor 100 Jahren erreichte, war einer der ersten Genozide des 20. Jahrhunderts und forderte mindestens 1,5 Millionen Tote. Der 24. April ist der Gedenktag zu diesem unfassbaren Mord. International machen hauptsächlich die im Ausland lebenden ArmenierInnen auf dieses Ereignis aufmerksam, denn in der Türkei sind sie heute noch eine besonders unterdrückte Nation und nicht viele Angehörige des armenischen Volkes blieben in Westarmenien/Türkei nach dem Genozid übrig. 1,5 Millionen ArmenierInnen wurden ermordet, doch Länder wie Österreich haben bis heute den Genozid nicht anerkannt – obwohl sie durchaus mitschuldig sind!

Im Osmanischen Reich verstärkte sich die Unterdrückung der Armenier immer weiter, um 1880 bildeten sich deshalb mehrere Organisationen heraus, die für die Trennung Westarmeniens vom Osmanischen Reich kämpften. Dieses gerechte Streben nach nationaler Unabhängigkeit wurde von den Herrschenden schon 1894 versucht grausam zu ersticken: 300.000 ArmenierInnen wurden niedergemetzelt. Deutschland und Großbritannien unterstützen dabei den herrschenden Sultan.

Die andauernden Unterdrückung durch das Osmanische Reich führte dazu, dass viele ArmenierInnen genozid_armenien_1Illusionen in die konstitutionelle „Jungtürkische Bewegung“ hatten, die gegen den Osmanismus auftrat. Doch sie wurden bitter enttäuscht – mit der Machtübernahme der „Jungtürken“ 1908 gingen die Gemetzel weiter und für die Armenier wurde die Situation noch schlimmer, denn die „Jungtürken“ entwickelten einen aggessiven großtürkisch-rassistischen Nationalismus. Das geschah unter der schützenden Hand der österreichischen und deutschen Kaiserreiche, die ihren Einfluss in der Türkei immer weiter ausbauten und 1914 zu Kriegseintritt einen Bündnisvertrag mit der Türkei schlossen. Österreich-Ungarn und Deutschland griffen als imperialistische Mächte massiv in die Innenpolitik der Türkei ein und standen mit ihr gemeinsam im Ersten Weltkrieg, wenngleich Deutschland dabei schlussendlich die stärkere Rolle spielte. In der Mobilmachung für den Krieg wurde den ArmenierInnen durch Sondergesetze alle Waffen abgenommen, dennoch wurden 300.000 von ihnen in die Armee eingezogen: als Bauarbeiter, für Hilfsdienste, als Kanonenfutter – immer unbewaffnet, während türkische Truppen mit österreichischen und deutschen Waffen (z.B. österreichisches Giftgas) ausgestattet und sogar gemeinsame Truppen aufgestellt wurden, wie das „K. u. K. Orientkorps“. Der Völkermord wurde einstweilen fortgesetzt, die die ArmenierInnen sollten durch die türkische Regierung restlos vernichtet werden: „Obgleich ein ganz besonderer Eifer für die Ausrottung der fraglichen Personen bewiesen werden sollte, erfahren wir, dass jene an verdächtige Orte wie Syrien und Jerusalem geschickt werden. Dergleichen Duldsamkeit ist ein unverzeihlicher Fehler. Der Ort der Verbannung derartiger Unruhestifter ist das Nichts. Ich empfehle Ihnen, danach zu handeln“ (Talaat Pascha, 1. 12. 1915, in: Der Prozess Talaat Pascha). Dies alles geschah auch unter der Leitng österreichischer und deutscher Offiziere, ohne deren Hilfe der fortgesetzte Genozid nicht möglich gewesen wäre, und erfolgte so gründlich, dass Ende des Zweiten Weltkriegs nur noch rund 200.000 ArmenierInnen in Westarmenien/Türkei lebten.

Unter Mustafa Kemal (Atatürk) sah es nicht anders aus. Seine Machtergreifung in den frühen 1920er Jahren brachte zwar andere Imperialisten als Ausbeuter und Unterdrücker in die Türkei, doch der Mord an den Armeniern wurde auch unter den Kemalisten weitergeführt. So leben heute nur noch 60.000 ArmenierInnen in Westarmenien, was bedeutet, dass hier eine ganze Nation nahezu ausgelöscht wurde! All das Geschah unter der imperialistischen Kontrolle Großbritanniens, Deutschlands, Österreichs und der USA. Der Rassismus und großtürkische Nationalismus konnte sich nur an der Macht halten, weil er die Unterstützung des imperialistischen Auslands hatte. Ibrahim Kaypakkaya, ein großer türkischer Kommunist, charakterisierte den Rassismus und Genozid als Bestandteil der imperialistischen Politik in den Kolonien, und damit auch die imperialistische Politik in der Türkei gegenüber verschiedenen nationalen Minderheiten, folgendermaßen: „Die Rassenpolitik, die der Imperialismus selbst ausübt, ist etwas ganz anderes. Das dumme Gerede von dem faschistischen Hund Hitler, die „deutsche Rasse sei die überragende Rasse der Welt“ und „sie sind geboren um die Herrscher der Welt zu sein“ oder die vom US-Imperialismus und vom sowjetischen Sozialimperialismus verfolgte Politik des Großmacht-Chauvinismus, der Diskriminierung der unterdrückten Völker und Nationen der Welt, der Einmischung in die inneren Angelegenheiten – das sind die Erscheinungen der Rassenpolitik des Imperialismus.“ (Kaypakkaya, Die Nationale Frage in der Türkei, S. 76). Dieses Zitat ist außerdem deshalb wichtig, da es auch die Unterdrückung der Armenier durch den Sozialimperialismus der Sowjetunion anspricht. Zu Anfang brachte die Sowjetunion noch viele positive Entwicklungen für die ArmenierInnen, doch nachdem der Sozialismus nur noch in Worten hochgehalten wurde, sich in der Realität aber eine neue Ausbeuterordnung genozid_armenien_2durchsetzte, wurden die Armenier auch in der Sowjetunion national unterdrückt.

Da Österreich historisch am Genozid an den ArmenierInnen mitschuldig ist, wird es durch die herrschende Politik niemals eine konsequente Anerkennung dieses Genozids geben, sondern maximal Lippenbekenntnisse. Auch wenn sich heute einzelne Politiker oder „Oppositions“parteien für eine solche Anerkennung aussprechen, in Wahrheit gehen sie damit nur auf Wahlstimmenfang, denn Schlussendlich werden auch ihnen „gute Wirtschaftsbeziehungen“ zwischen Österreich und der Türkei wichtiger sein, als der Genozid und die nach wie vor stattfindende nationale Unterdrückung der ArmenierInnen.

Alle Kräfte die wirklich für die Anerkennung des Genozids eintreten, die mit dem armenischen Volk wirklich solidarisch sind, müssen sich vom österreichischen Patriotismus, der ein Patriotismus eines imperialistischen Landes ist, distanzieren und darauf hinweisen, dass dieses Land und seine Herrschenden eine blutbefleckte Vergangenheit haben, was (auch) die ArmenierInnen leidvoll erfahren mussten.

Wer für die Anerkennung des Genozids ist, hat ein gemeinsames Interesse mit all jenen Kräften, die die Gräueltaten des Imperialismus ablehnen, die sich den imperialistischen Terror in der Welt nicht mehr länger bieten lassen wollen. Gemeinsam müssen die gerechtfertigten Anliegen der ArmenierInnen unterstützt werden und Schulter an Schulter müssen wir gemeinsam für eine Zukunft ohne Imperialismus und nationale Unterdrückung kämpfen!

Der österreichsiche Imperialismus trägt Mitschuld am Genozid an den ArmenierInnen!

Für die vollständige Anerkennung des Genozids!

Unterstützt die nationale Befreiung der ArmenierInnen!

Tod dem Faschismus und Imperialismus!

HERAUS ZUR DEMONSTRATION: Für die Anerkennung des Genozids an den ArmenierInnen 1915!

Freitag, 24.April um 18:30 // Karlsplatz, Resselpark.

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