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Frauenkampf

25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Eure Gewalt schüchtert uns nicht ein! Kämpfen wir gegen die staatlich organisierte Gewalt gegen Frauen!

Gewalt gegen Frauen ist kein Geheimnis. Ebenso ist es unbestritten, dass es kein individuelles Schicksal einzelner Frauen ist. Gewalt betrifft den Großteil der Frauen und ca. die Hälfte aller Frauen sind von schwerer Gewalt betroffen. Ist dass das naturgegebene Schicksal, das die Frauen einfach zu ertragen haben? Nein! Im Gegenteil.

Alleine wegen der Häufigkeit und Allgegenwärtigkeit von Gewalt an Frauen möchte man doch meinen, dass dieses Thema allgemein für mehr Aufmerksamkeit sorgen würde. Warum gibt es aber plötzlich nichts mehr zu sagen, wenn doch alleine die Zahlen für sich sprechen?

Keiner kann den Zusammenhang zwischen Gewalt an Frauen und dem gegenwärtigen kapitalistisch-imperialistischen System, mitsamt seiner heuchlerischen Moral, leugnen. Viele Formen der organisierten Gewalt gegen Frauen gehen heute direkt vom Staat aus, seine Justiz, Politiker und Ministerien sind offen verstrickt in die systematische Gewaltanwendung gegen Frauen: Nicht einmal 1% der Gewalttäter werden in Österreich verurteilt*, der Durchschnittslohn von Frauen liegt weit unter dem Existenzminimum, Abreibungen werden Kriminalisiert und sind eine Frage des nötigen Kleingeldes, Hausarbeit und Kindererziehung sind nach wie vor Privatangelegenheit der Frauen, usw. Sieht man sich diese Ausschnitte der Realität von Frauen an, verwundert es plötzlich gar nicht mehr, dass Gewalt gegen Frauen lieber als Nebensache abgetan wird, ist es ja gerade die herrschende Politik und die Wirtschaft die von der Unterdrückung der Frauen profitieren.

Staatlich organisierte Gewalt gegen die Frauen.

Die staatlich organisierte Gewalt, das Patriarchat, stellt die konzentrierteste Form der Gewalt gegen Frauen dar. Nicht weil es in Österreich die meisten blauen Flecke verursachen würde, sondern weil es die unterdrückte Stellung der Frauen in der Gesellschaft aufrechterhält. Das macht die Gewalt zu einer politischen Frage, denn sie soll die Frauen einschüchtern, zersplittern, ruhig halten und verhindern, dass sie sich zusammenschließen und sich gegen die Gewalt wehren. Auch in Österreich mehren sich Fälle wo politische Aktivistinnen der Frauenbewegung finanziell in den Ruin getrieben werden, belästigt und angegriffen werden, oder Demonstrationen einfach verboten werden. Gezielt wird diese Methode heute bei Protesten für die Abschaffung des §96 Schwangerschaftsabbruch eingesetzt, damit der individuelle Widerstand von Frauen nicht um sich greift.

Politische Gewalt gegen AktivistInnen und Revolutionärinnen

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Die Schwestern Mirabal

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Zwei Revolutionärinnen aus Paraguay, mutmaßlichen Mitglieder PPC. Die wurden beide zu über 4 Jahren Haft verurteilt.

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Khaleda Cerrar, führende Kraft innerhalb der Volksfront zur Befreiung Palästinas. Willkürlich verhaftet im Juli 2015.

Der 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Auslöser dafür war die brutale Ermordung der Schwestern Mirabal (Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal), drei revolutionäre KämpferInnen aus der Domenikanischen Republik. Alle drei waren Mitglieder, und teilweise auch führende Kräfte, der „Bewegung 14. Juli“, einer revolutionären Organisation, die in den 1960ern für den Sturz der faschistischen Diktatur in der Dominikanischen Republik kämpfte. Bei einem Besuch der Schwestern bei ihren als politische Gefangene inhaftierten Männern, wurden sie in einem Hinterhalt von Militärs, unter Anleitung des amerikanischen Geheimdienstes, erdrosselt. Diese drei jungen Kämpferinnen stellten schon in Jugendjahren all ihre Kraft in die Befreiung ihres Volkes, und standen als politische Organisation beispielsweise eng in Verbindung mit Che Guevara. Sie sind großartige Vorbilder für alle die sich gegen die gegenwärtige Behandlung von Frauen richten, denn sie setzten ihr Leben dafür ein, die Unterdrückung und Ausbeutung durch Imperialismus und Patriarchat, mittels des revolutionären Kampfes zu beenden. Die Gründe des Widerstandes der Schwestern Mirabal bestehen heute weiter. Im letzten Monat wurden in Paraguay zwei Revolutionärinnen, mutmaßliche Mitglieder der EPP (Volksarmee Paraguays) verurteilt, weil sie sich gegen die Ausbeutung der BäuerInnen durch die großen Landbesitzer zur Wehr setzten. Wie unzählige Beispiele beweisen, stehen die Frauen heute allen Grausamkeiten und Verwüstungen nicht unbeteiligt gegenüber: In Palästina sind die Frauen einer der aktivsten Teile in der Massenbewegung gegen die israelischen Besatzer. Im Sommer 2015 wurde Khaleda Cerrar, eine führende Aktivistin der Frauenbewegung und Mitglieder der PFLP (Volksfront zur Befreiung Palästinas), willkürlich vom israelischen Militär verschleppt und eingesperrt. Sie wartet bis heute auf einen Prozess, doch hält die Besatzungsmacht sie für zu gefährlich um sie wieder freizulassen. Trotz vielen Inhaftierungen (das erste Mal wurde sie bei der 8.März Demonstration 1989 eingesperrt) und schlechtem Gesundheitszustand, gibt der Widerstand ihres Volkes Khaleda Kraft und Mut weiter zu kämpfen für die Befreiung ihrer Nation.

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Militante der Neuen Volksarmee, Philippinen.

In allen Teilen der Welt organisieren sich die Frauen gegen die Gewalt und gegen die Unterdrückung. Die am weitesten entwickelten Kämpfe sind heute die Volkskriege in Indien, Philippinen, der Türkei und in Peru. Eine der größten revolutionären Frauenorganisationen der Welt kämpft derzeit in der Illegalität in Indien, unter Führung der Kommunistischen Partei Indiens (maoistisch), gegen patriarchale Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen, und zählt knapp 100.000 Mitglieder.

"Gulabi-Gang" in Indien.

„Gulabi-Gang“ in Indien.

Das weltweite imperialistische System steht heute auf wackligen Beinen, und immer wenn die großen Imperialisten versuchen die Massen in die Knie zu zwingen, erleiden sie doch wieder eine Niederlage. Im Kampf zeigen die Frauen, dass die patriarchale Lüge der „natürlichen Minderwertigkeit der Frau“ oder der Frau als „schwaches und schüchternes Wesen“ nicht der Wahrheit entsprechen, sondern ebenso Teil der organsierten Gewalt gegen Frauen auf ideologischem Gebiet sind. Frauenfeindliche Ideologie ist der Bruder der Gewalt gegen Frauen, beides soll die Unterwerfung des „schönen Geschlechts“ legitimieren.

Lüge von der „Gewaltprävention“

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„Gewaltprävention“ des österreichischen Staates: Demonstration gegen faschistische Abtreibungsgegner. Sommer 2015, Wien.

Die bürgerliche Antwort auf Gewalt gegen Frauen ist die Gewaltprävention. Doch ist das Gerede von Gewaltprävention doch eigentlich absurd, wenn man bedenkt, dass sich gleichzeitig die wirtschaftliche Stellung der Frau von Jahr zu Jahr verschlechtert und sich so die Abhängigkeit zum Mann immer weiter vertieft. Es ist heute kein Geheimnis, dass die Frauenhäuser in Österreich überfüllt sind und viele Frauen mit ihren Kindern hauptsächlich deshalb dort sind weil sie sich alleine keine Wohnung leisten könnten. Das ist unserer Ansicht nach nicht sehr „präventiv“. Noch perverser wird die Debatte wenn Gewaltprävention durch Antiaggressionstraining durchgesetzt werden soll, und gleichzeitig die staatliche Gewalt (durch die Polizei) bei Frauenprotesten immer öfter zu Schlagstock und Tränengas greift. Da gibt es plötzlich kein „Antiaggressionstrainig“ mehr.

Allen denen die Verhinderung von Gewalt gegen Frauen ein wirkliches Anliegen ist, müssen danach streben, dass sich die Frauen eigenständig organisieren um mit gebündelten Kräften gegen die staatliche und individuelle Gewalt anzukämpfen um ihre Interessen nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit, der Selbstbestimmung über den eigenen Körper und umfassenden politischen Rechten durchzusetzen.

Die einzige Möglichkeit die Gewalt zu beseitigen: Organisieren und kämpfen!

Das herrschende patriarchale System trägt die Gewalt gegen Frauen in sich. Es baut auf die doppelte Ausbeutung der Frauen auf und die allgemeine Methode die Ausbeutung aufrechtzuerhalten ist wiederum die Gewalt. Deshalb gibt es kaum eine Frau die nicht in einer Form von Gewalt betroffen ist und das Thema trotzdem verschwiegen und als unveränderlich dargestellt wird. Alleine dieser Umstand zeigt, wie sehr es für die Herrschenden eine Notwendigkeit darstellt, auch die wenig entwickelten Formen des Widerstandes von Frauen im Keim zu ersticken, damit sie nicht breiten Anklang finden. Doch wird diese Methode immer weniger nützlich um den gerechtfertigten Widerstand von Frauen niederzuhalten. Die Beteiligung von immer mehr Frauen an Protesten für die Abschaffung des §96 StGB Schwangerschaftsabbruch, an Aktionen gegen faschistische Abtreibungsgegner oder die Forderungen nach mehr Angeboten für von Gewalt betroffenen Frauen zeigen deutlich, dass das Bedürfnis der Frauen, sich aktiv für ihre Interessen einzusetzen, steigt. Ein gutes Beispiel diesem Bedürfnis organisierten Ausdruck zu verleihen stellt das Rote Frauenkomitee Wien dar. Diese jungen AktivistInnen haben sich zusammengeschlossen um auf proletarischer Grundlage, den Kampf für den Aufbau einer neuen proletarischen Frauenbewegung voranzutreiben. Als fortgeschrittenste Kraft innerhalb der Frauenbewegung trägt das Rote Frauenkomitee die Verantwortung den Kampf gegen Gewalt an Frauen zu bündeln und organisieren und ihn fest auf die Massen gestützt voranzutreiben. Die Schwestern Mirabal, die verhafteten Revolutionärinnen in Paraguay, die Kämpferinnen in Palästina, Indien und auf den Philippinen zeigen, dass Verbesserungen für die Frauen den Herrschenden nur im organisierten Kampf abgerungen werden können. Ihre Beispiele zeigen, wie der erniedrigenden Gewalt des patriarchalen Staates die Perspektive auf die Emanzipation der Frauen durch den revolutionären Kampf entgegengesetzt wurde. Die Gewalt darf uns nicht einschüchtern, sondern soll uns dazu bringen noch tiefere Einheit mit den Massen an Frauen herzustellen und ihre gerechtfertigte Rebellion voll zur Entfaltung zu bringen. Keine Frau hat Interesse an einem System dessen allgemeine Politik gegenüber den Frauen aus Unterdrückung und Gewalt besteht. Um was es geht ist der Kampf um die politische Macht der ArbeiterInnen der Frauen und des Volkes. Dieser Kampf wird endgültig die Ursachen der Gewalt gegen Frauen beseitigen und die Emanzipation der Frauen vorantreiben!

Tod dem Imperialismus und Patriarchat!

*Ein Bericht der Frauenberatung Wien (frauenberatung.at) belegt, dass weniger als 2% der sexuellen Gewalttäter vor Gericht zitiert werden. Weniger als 1% der Täter erhalten eine unbedingte Freiheitsstrafe.

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